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Artikel vom 11.11.2021

Land startet Bewerbungsprozess für die Auswahl der LEADER-Regionen für die Förderperiode 2023-2027

PRESSEMITTEILUNG Nr. 20/2021

Minister Peter Hauk MdL: „Es gibt kein anderes Regionalentwicklungsprogramm im Land, das den Regionen vor Ort mehr Möglichkeiten zur Gestaltung und Weiterentwicklung bietet.“

Mitte November gab Minister Peter Hauk den virtuellen Startschuss für die anstehende Bewerbungsphase. Vor ca. 115 online zugeschalteten Zuschauenden aus ganz Baden-Württemberg wurde der Ausschreibungstext vorgestellt, darunter auch einige aus dem Kraichgau. Damit liegen nun die Rahmenbedingungen vor, nach denen sich die Regionen bewerben können. Die Bewerbung in Form eines regionalen Entwicklungskonzeptes muss bis zum 22. Juli 2022 in Stuttgart eingereicht werden.

Mehr als 20 Regionen im Land haben bereits ihr Interesse bekundet, sich für die kommende Förderperiode mit einem regionalen Entwicklungskonzept als LEADER-Aktionsgruppe zu bewerben. Die im Wettbewerbsverfahren ausgewählten Regionen können sich dann ab 2023 über einen Fördermitteletat zwischen 2,3 und 2,8 Millionen Euro EU-Mittel freuen. Insgesamt stehen 46 Millionen Euro aus Mitteln der EU zur Verfügung. Hinzukommen bis zu 20 bis 25 Mio. Euro aus Landesmitteln.

Die lokale Aktionsgruppe (LAG) Kraichgau hat die Hausaufgaben bereits gemacht: Alle 17 Kommunen der Gebietskulisse haben mit Ihren Gremien entschieden, eine Bewerbung zu unterstützen. Fünf weitere Kommunen wollen sich mit Ihren Ortsteilen der Gebietskulisse anschließen und haben hierfür die Zustimmung der Gemeinderäte. Nun geht es daran, gemeinsam das Entwicklungskonzept auszuarbeiten. Begonnen wurde bereits im September: Beim Tomorrow Camp arbeiteten Kraichgauerinnen und Kraichgauer zwei Tage eine gemeinsame Vision für unsere Region im Jahr 2035 aus. In Folge-Workshops werden diese Visionen mit konkreten Zielwerten für die anstehende LEADER-Phase bis 2027 untermauert. Parallel wird der Ist-Zustand mit einer Strukturdatenanalyse erhoben, sowie die Region mittels einer Stärken-Schwächen-Betrachtung einer Tiefenanalyse unterzogen.

Im Mittelpunkt der LEADER-Förderung stehen Vorhaben, die die interkommunale Zusammenarbeit und den Tourismus stärken. Darüber hinaus sollen Antworten auf aktuelle Herausforderungen, wie etwa den demografischen Wandel, Nahversorgung und Ressourcenschutz, entwickelt und erprobt werden. „LEADER soll künftig mehr als bisher auch einen aktiven Beitrag zur Umsetzung des Europäischen Green Deal leisten“, so Hauk. Die Regionen werden ermutigt sich bei ihren regionalen Entwicklungsstrategien mit aktuellen Fragen auseinanderzusetzen, innovative und kreative Strategien zu entwickeln sowie Neues zu erproben. „Wir haben jetzt die Chance, mit neuen Ideen die Voraussetzungen für eine sorgfältige Weiterentwicklung zu schaffen. Ziel ist es, mit den bereitgestellten Mitteln erhebliche positive Veränderungen für die jeweilige Region zu bewirken“, so Minister Hauk.

Diesen Ball nimmt die Vorsitzende von LEADER-Kraichgau, Sulzfelds Bürgermeisterin Sarina Pfründer, gern auf: „Wir wollen über vier Landkreisgrenzen hinweg vernetzend agieren und den Kraichgau weiter aktiv gestalten. LEADER kann und soll uns helfen Ideen zu verwirklichen, um in den kleinen Dörfern, Städten und Gemeinden im ländlichen Kraichgau die bestmögliche Lebensqualität zu bieten. Wichtig ist uns auch, dabei die Besonderheit des ländlichen Lebens nicht aus den Augen zu verlieren. Wir stellen uns gern dem Wettbewerb und sind uns sicher, gemeinsam mit ganz vielen Mitmachenden ein zukunftsweisendes und überzeugendes E

Die Pressemitteilung des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz mit dem Statement von Minister Peter Hauk MdL und weitere Informationen zu LEADER in Baden-Württemberg sind auf der Internetseite unter www.mlr-bw.de/LEADER abrufbar.

Hintergrundinformationen zur LEADER Förderung:

Was ist LEADER?

LEADER ist ein Regionalentwicklungsprogramm der Europäischen Union, die Abkürzung steht für „Liaison entre actions de développement de l'économie rurale“ – auf Deutsch „Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“. LEADER ist ein Kulissenpro­gramm, d.h. der LEADER-Prozess und die Förderung ist nur in einem abgegrenzten Gebiet des ländlichen Raums möglich. Die Gebietskulisse Kraichgau umfasst bis zum Jahr 2022 17 Kommunen aus dem Kreis Heilbronn, dem Kreis Karlsruhe und dem Rhein-Neckar-Kreis (Angelbachtal, Eppingen, Eschelbronn, Gemmingen, Ittlingen, Kraichtal, Kürnbach, Malsch, Meckesheim, Mühlhausen, Oberderdingen, Östringen, Sinsheim, Sulzfeld, Waibstadt, Zaisenhausen und Zuzenhausen). Ab 2023 würden sich weitere Kommunen anschließen (Sternenfels, Knittlingen mit dem Stadtteil Freudenstein, Bretten mit den Stadtteilen Büchig, Bauerbach und Neibsheim, Ubstadt-Weiher mit den Stadtteilen Zeutern und Stettfeld sowie Dielheim mit den Orten Balzfeld, Horrenberg, Unterhof und Oberhof).

Was macht LEADER so besonders?

Das EU-Regionalentwicklungsprogramm LEADER setzt auf aktive und gezielte Beteiligung der Menschen vor Ort. Deshalb hat das Land Baden-Württemberg LEADER als zentrales Instrument ausgebaut, mit dem die Bürgerinnen und Bürger ihre Heimat, ihren Lebensraum und auch ihre ganz konkreten Vorhaben gestalten können. Es gibt ein großes Förderspektrum, viel Gestal­tungsspielraum und erhebliche Fördergelder. LEADER zeichnet sich durch den Bottom-Up-An­satz aus, also einen Projektansatz von unten nach oben. Das bedeutet, dass ausschließlich die örtliche LEADER-Aktionsgruppe über die zu fördernden Projekte entscheidet und nicht etwa das Ministerium in Stuttgart oder die EU in Brüssel.

Wer kann eine Förderung erhalten?

Die sehr attraktiven Förderquoten bewegen sich je nach Art des Vorhabens zwischen 30% und 95% der Kosten. Damit können zahlreiche Vorhaben – auch von Privatpersonen, Unternehmen und Vereinen aus den LEADER-Kraichgau Kommunen - unterstützt und anteilig finanziert werden. LEADER Projekte können aus verschiedenen Bereichen kommen. Im Fokus stehen investive Vorhaben, die z.B. den Bereichen Demografie, Integration, Jugend, dörfliche Infrastruktur, regionale Wirtschaft oder Tourismus dienen. Die Projekte können gemeinnützigen oder gewerblichen Charakter haben. Für den Bereich "Kunst und Kultur" können Ausstellungen, kulturelle Symposien oder entsprechende Veranstaltungen, sowohl örtlich als auch überörtlich im LEADER-Aktionsgebiet Kraichgau unterstützt werden. Auch Investitionen für den Arten- und Biotopschutz, für den Naturschutz sowie für Dienstleistungen im Bereich Naturschutz und Landschaftspflege werden gefördert. Eines müssen die geförderten Vorhaben gemeinsam haben: Im Mittelpunkt der LEADER-Förderung stehen besonders Vorhaben, die einen innovativen Ansatz haben und einen nachhaltigen Effekt für bestenfalls den gesamten Kraichgau nach sich ziehen. Bislang dürfen sich fast 50 Projekte der Region über eine Förderung freuen. Informationen zu den ausgewählten Vorhaben: www.kraichgau-gestalte-mit.de/projekte

Was ist das Regionalbudget?

Seit 2019 verwaltet der Verein auch das Förderprogramm Regionalbudget. LEADER-Regionen mit den entsprechenden Strukturen qualifizieren sich für dieses Förderprogramm. Mit diesem werden Kleinprojekte mit einem Investitionsvolumen von bis zu 20.000 EUR mit einem attraktiven Fördersatz von 80% unterstützt. Die Fördergelder werden vom Bundesministerium für Landwirtschaft und dem Land Baden-Württemberg zur Stärkung des Ländlichen Raums zur Weitergabe bereit gestellt. Gemeinsam mit Mitteln der Landkreise sollen so kleine Maßnahmen unterstützt werden, die für die Orte wichtig sind. Der Schwerpunkt der Förderung liegt im Bereich Dorfentwicklung, Nahversorgung und touristische Infrastruktur. Im Fokus stehen vor allem Vorhaben im Zusammenhang mit Vereinsaktivitäten, neuen Freizeitangeboten und die Pflege unserer Kulturlandschaft. Das Regionalbudget soll vor allem die Dorfgemeinschaft stärken, idealerweise in dem sich die Bewohner oder die ansässigen Vereine gemeinsam überlegen, was vor Ort gebraucht wird.

Wie läuft das mit der Förderung?

Die LEADER Aktionsgruppe veröffentlicht in regelmäßigen Abständen Projektaufrufe. In diesem Zeitraum können sich Vorhaben um die ausgeschriebene Tranche von Fördermitteln bewerben. Die Entscheidung, welche der eingereichten Bewerbungen gefördert werden, trifft der gewählte Auswahlausschuss. In diesem sitzen 31 Vertreter von Kommunen, Verbänden und Vereinen oder auch Privatpersonen aus dem Kraichgau. Dieser tagt zeitnah nach dem Ende der Einreichungsfrist. Die Auswahlentscheidungen werden mit einem transparenten Verfahren mittels einer Bewertungsmatrix getroffen, in der die Projekte vergleichbar gemacht werden und so die besten Projekte zur Förderung ausgewählt werden.

Wie kann ich das Motto umsetzen und mitgestalten?

Eine aktive Weiterentwicklung des Kraichgaus lebt vom tatkräftigen Engagement der Kommunen, Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen wie auch der Wirtschaft. Alle sind aufgerufen ihre Ideen und Engagement in den Prozess einzubringen. Es wurden thematische Arbeitsgruppen eingerichtet, in denen Engagierte und Experten Ansätze diskutieren und voran bringen können. Auch können vernetzende Aktivitäten unterstützt werden. Insgesamt soll so ein Prozess des Gestaltens angeregt und gefördert werden.

Was hat der Verein „Regionalentwicklung Kraichgau e.V.“ damit zu tun?

Für die Abwicklung des LEADER-Prozesses und insbesondere bei der Auswahl der Förderprojekte mussten institutionelle Strukturen geschaffen werden. Hierzu wurde ein Trägerverein gegründet, der „Regionalentwicklung Kraichgau e.V.“. Dieser unterhält in Angelbachtal eine hauptamtliche Geschäftsstelle, die allen Interessierten als Serviceeinrichtung dient und potentiellen Projektträgern beratend zur Seite steht. Der Verein hat derzeit über 50 Mitglieder und eine Mitgliedschaft steht grundsätzlich jedem offen. Vorsitzende des Vereins ist Sulzfelds Bürgermeisterin Sarina Pfründer.

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